Malaria und Reisen
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Enzyklopädie || Literatur
80 Prozent weniger Malariaopfer durch Albumin
Weitere Forschung jedoch notwendig
London/Nairobi/Wien (pte/18.09.2006/16:00) - Durch Verabreichung von
Albumin - ein auflösbares Protein - können möglicherweise bis zu 80
Prozent der an Malaria erkrankten Kinder gerettet werden, die sonst an
den Folgen der Erkrankung sterben würden. Zu diesem Ergebnis ist ein
Wissenschaftsteam des Imperial College in London
http://www3.imperial.ac.uk sowie des Wellcome Trust Kenya Medical
Research Institute Centre http://www.kemri-wellcome.org gekommen. Bevor
eine solche Behandlung empfohlen werden kann, sei zwar weitere Forschung
notwendig, die Wissenschaftler sind jedoch zuversichtlich, einen
wichtigen Durchbruch zur Verbesserung der Behandlung erzielt zu haben.
Die Studienergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe der
Fachzeitschrift Public Library of Science - Clinical Trials
http://clinicaltrials.plosjournals.org veröffentlicht.
Die Forscher verabreichten 88 Kindern mit einer schweren Form von
Malaria entweder eine Lösung von Albumin oder ein billigeres
Blutplasmasurrogat namens Gelofusin. Beide Mittel reduzierten den
Schock, was in erster Instanz auch der Grund war, die Flüssigkeit zu
verabreichen. Es stellte sich jedoch heraus, dass 98 Prozent der Kinder,
die Albumin bekamen, die Erkrankung überlebten. Von den Kindern, die
Gelofusin verabreicht bekamen, überlebten 84 Prozent. In zwei früheren
Experimenten starben weniger als fünf Prozent der Kinder, die Albumin
bekamen, im Vergleich zu 40 Prozent der Kinder, die mit konventionellen
Medikamenten behandelt wurden.
"Das Verabreichen von Flüssigkeit an Kindern mit einer schweren Form von
Malaria steht mit der vorherrschenden Praxis in krassem Widerspruch",
erklärt Forscherin Kathryn Maitland. In der Vergangenheit wurden an
schwer Malaria erkrankten Kindern in keinem Fall zusätzliche Flüssigkeit
verabreicht, aus Angst die Gehirnschwellung, die mit der Erkrankung
einhergeht, zu verschlimmern. "Es ist daher sehr wichtig, dass wir
eindeutig nachweisen können, dass die Ergebnisse stimmen, bevor wir zur
Änderung der Praxis raten", so Maitland. Die Forscher sind jetzt auf der
Suche nach Geld, um eine großangelegte Studie mit 1.000 Kindern in
Ghana, Gambia und Kenya durchführen zu können.
Währenddessen gab die Weltgesundheitsorganisation (WHO)
http://www.who.int am Freitag bekannt, die Verwendung des Pestizids DDT
wieder zu empfehlen, in der Hoffnung, Malaria unter Kontrolle zu
bekommen. Die Chemikalie wird zur Abtötung der Malariamücke in Häusern
gespritzt. "DDT wurde in den 60er Jahren von der WHO verboten und es
scheint aus meiner Sicht sehr zweifelhaft, dass diese Entscheidung jetzt
rückgängig gemacht wurde", sagt Helwig Kollaritsch, Reisemediziner und
Impfexperte an der Medizinischen Universität Wien
http://www.meduniwien.ac.at , im Gespräch mit pressetext. An Malaria
sterben laut der WHO jährlich über eine Mio. Menschen, hauptsächlich
junge Kinder. (Ende)
Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Reanne Leuning
email: leuning@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-305
Neues Medikament gegen arzneimittelresistente Malaria
XC11 verhindert Fortpflanzung der Parasiten
Baltimore (pte/19.09.2006/09:15) - Wissenschaftler der Johns Hopkins
School of Medicine http://www.hopkinsmedicine.org haben ein neues
Medikament gegen Malaria identifiziert, dass Mäuse von einer
arzneimittelresistenten Form der Krankheit geheilt hat. Das synthetische
Präparat XC11 hindert den Malariaparasiten Plasmodium falciparum an der
Fortpflanzung. Malaria fordert jährlich mehr als eine Million
Todesopfer, viele davon Kinder. Die Krankheit wird gegen einen
Behandlung zunehmend resistent. Das kostengünstige Medikament Chloroquin
hat in großen Teilen Afrikas bereits seine Wirksamkeit verloren. Die
Ergebnisse der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy
of Sciences http://www.pnas.org veröffentlicht.
Das Team um Jun Liu analysierte 175.000 Präparate bevor es gelang, XC11
zu ermitteln. Dieses Präparat basiert auf einem anderen Wirkmechanismus
als andere Behandlungsformen. Es zerstört die Fähigkeit der Parasiten
bestimmte Proteine zu bilden, die für die Fortpflanzung von
entscheidender Bedeutung sind. Die Wissenschaftler verabreichten XC11
Mäusen mit einer entsprechenden Form von gegen Chloroquin resistenten
Malaria. Nach vier Tagen war der durchschnittliche Prozentsatz der
infizierten Blutzellen bei den behandelten Tieren auf sechs Prozent
gefallen, und damit auf ein Zehntel der Werte der Kontrollgruppe. Die
Kombination von XC11 und Chloroquin lies den Wert weiter auf nur zwei
Prozent fallen.
Alle Versuchstiere, die beide Medikamente erhielten überstanden die
Infektion und waren auch drei Monate später noch am Leben. 40 Prozent
der Mäuse aus der Kontrollgruppe verendeten. 80 Prozent der Mäuse, die
XC11 erhielten, wurden vollständig geheilt. Sie waren frei von Krankheit
und blieben es mindestens drei Monate nach der Behandlung. David
Sullivan, ein Mitarbeiter der Studie, erklärte, dass XC11 trotz seiner
geringeren Effektivität über ein Potenzial verfüge, da es nicht so
anfällig für resistente Virenstämme sei. Artemisinin gilt derzeit als
die Hauptwaffe gegen Chloroquin resistente Malaria. Da dieses Medikament
aus Pflanzen gewonnen wird, besteht die Gefahr einer Knappheit.
Medikamente, die auf XC11 basieren, wären synthetisch und damit
unbeschränkt und billig zu produzieren. Derzeit arbeiten die
Wissenschaftler laut New Scientist an der Steigerung der Wirksamkeit von
XC11.
Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Michaela Monschein
email: monschein@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-0